Veröffentlichungen

Obwohl COAPT erfolgreich war, war MITRA.fr nicht erfolgreich. Die vorherrschenden Theorien über den Unterschied in den Studien ist das Ausmaß der linksventrikulären Dysfunktion bei den eingeschlossenen Patienten. Dies ist eine gepoolte Analyse von Patienten mit funktioneller MR und schwerer LV-Vergrößerung (enddiastolischer LV-Durchmesser > 65 mm), die mit GDMT und dem Carillon-Gerät im Vergleich zu GDMT allein behandelt wurden – d. h. MITRA.fr-Patienten. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Analyse waren die Veränderungen der echokardiographischen Parameter der Mitralklappe und des LV über ein Jahr hinweg, das funktionelle Ergebnis, die Lebensqualität, die Sterblichkeit und die Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz (HFH).

  • Insgesamt wurden 95 Patienten (67 Carillon-Gruppe; 28 GDMT-Gruppe) mit schwerer LV-Vergrößerung eingeschlossen.
  • I In der Carillon-Gruppe waren alle Parameter der Mitralklappe und der LV-Morphologie nach 1 Jahr signifikant verbessert.
    • Das Regurgitationsvolumen verringerte sich um 12 ml (p<0,001)
    • MR-Grad verringerte sich um 0,6 Einheiten (p<0,001)
    • LV enddiastolisches Volumen verringerte sich um 25 cc (p=0,005)
    • LV end-systolisches Volumen verringerte sich um 21 cc (p=0,01)
  • Signifikante Unterschiede in der funktionellen Verbesserung wurden auch zwischen der Carillon-Gruppe und der GDMT-Gruppe festgestellt:
  • Verbesserung des KCCQ-Scores (15±4 vs 6±6; p=0,03)
  • Inzidenz der HFH war 29,9% vs. 50,0% und die kumulative Rate der HFH war 0,43 vs. 0,75 (p<0,001)

Die Schlussfolgerung: “In patients with functional MR and severe LV enlargement, the Carillon device improved mitral valve function, LV morphology, and functional outcome compared to patients receiving GDMT only. Preoperative LV dimension should not be a limiting factor when evaluating patient eligibility or anticipated response to therapy with the Carillon device.”

Indirect Annuloplasty of the Mitral Valve The Carillon Mitral Contour System*
CATH’LAB
Lipiecki et al.
March 2021

Dieser Artikel betrifft Millionen von Herzinsuffizienz-Patienten weltweit, die aufgrund einer funktionellen Mitralinsuffizienz (FMR) ein deutlich erhöhtes Sterberisiko haben. Er diskutiert die umfangreichen klinischen Erfahrungen, die für das Carillon-System bei der Behandlung der FMR vorliegen, die Vorteile des Carillon-Ansatzes gegenüber alternativen Therapien und hebt zahlreiche Patientengruppen hervor, die von einer Behandlung mit dem Carillon profitieren könnten. Die Autoren kommen zu dem Schluss:

  • Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Studien deuten darauf hin, dass die FMR-Behandlung mit dem Carillon-System sowohl sicher als auch effektiv bei der Reduzierung der Mitralinsuffizienz und der linksventrikulären Dysfunktion ist.
  • Die kurze Eingriffszeit und der einfache Einsatz des Geräts sind sicherlich ein Vorteil gegenüber anderen auf dem Markt erhältlichen Techniken.
  • Die derzeit laufende prospektive CARILLON US-Studie evaluiert die Wirksamkeit des Carillon-Systems auf Morbidität und Mortalität und sollte das Carillon Mitral Contour System als erste Wahl für die interventionelle Therapie validieren.


*Originalartikel veröffentlicht in der Ausgabe März 2021 von CATH’LAB. Die obige Artikelzusammenfassung wurde aus der französischen Originalveröffentlichung mit Hilfe von maschineller Übersetzung (DeepL) übersetzt.

Diese Metaanalyse basiert auf den einzelnen Patientendaten von 3 prospektiven Studien, an denen Patienten mit Herzinsuffizienz bei reduzierter Ejektionsfraktion und funktioneller Mitralinsuffizienz (FMR) teilnahmen. Allen Patienten wurde das Carillon Mitral Contour System implantiert. Die vorgestellten Hauptergebnisse sind Änderungen gegenüber dem Ausgangswert des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ-OSS), des 6-Minuten-Gehtests (6 MWT) und der New York Heart Association (NYHA) Klassifizierung nach einem und 12 Monaten nach der Implantation des Geräts.

  • Bei den 139 in die Analyse eingeschlossenen Patienten verbesserte das Carillon-Gerät die 6MWT-Strecke (63,0 m; 95% CI 18,8-107,2, p = 0,0056) und den KCCQ-OSS-Score (15,1; 95% CI 5,6-24,7, p = 0,0022) signifikant schon einen Monat nach Studienbeginn. Diese Vorteile konnten auch nach 12 Monaten bestätigt werden (64,1 m; 95% CI 13,2–115,0, p = 0,0141 für die 6 MWT-Strecke und 12,3; 95% CI 4,7–19,8, p = 0,0019 für den KCCQ-OSS-Score).
  • Bei mehr als 50% der Patienten wurde nach 12 Monaten eine Verbesserung des KCCQ-OSS um mehr als 5 (60,4%; 95% CI 47,4-72,1) bzw. 10 Punkte (50,5%; 95% CI 34,9-66,0) festgestellt.
  • Fast die Hälfte der Patienten zeigte nach Implantation des Geräts eine Verbesserung der NYHA-Klasse um ≥1 (nach einem Monat 67,9%; 95% CI 37,3-88,3, nach 12 Monaten 48,8%; 95% CI 31,8-66,2).
  • Die Ergebnisse für den KCCQ-OSS, die 6 MWT-Strecke und die NYHA-Klassifizierung blieben ähnlich, auch wenn nur Patienten mit Mitralinsuffizienz 3. oder 4. Grades analysiert wurden.

Das Carillon Mitral Contour System verbesserte die Lebensqualität der Patienten bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit funktioneller Mitralinsuffizienz signifikant. Die Verbesserung der Lebensqualität bei Patienten, die mit dem Carillon-Gerät behandelt wurden, war ähnlich oder besser als bei anderen kürzlich gemeldeten Studien zur Herzinsuffizienz.

Patienten mit Herzinsuffizienz erleben oft körperliche Beeinträchtigungen und empfinden eine eingeschränkte Lebensqualität. Darum ist die Verbesserung der Lebensqualität um eine sogenannte „minimale klinisch bedeutsame Differenz“ (MICD, minimally important clinical difference) ein wichtiges Maß der Effektivität der Herzinsuffizienz-Behandlung.

Der o.g., kürzlich veröffentlichte Aufsatz beinhaltet eine verbesserte Analyse der REDUCE FMR Studie basierend auf der vorgesehenen Patientenpopulation, wie sie durch ein Core-Lab beurteilt wurde*. Erneut konnten dabei überzeugende 12-Monatsergebnisse dieser einzigen randomisierten Blindstudie mit Scheinkontrolle im Bereich der Herzklappenbehandlung vorgelegt werden.

  • Für alle patientenbezogenen Ergebnisse erreichte eine substanziell höhere Anzahl von Patienten mit implantiertem Carillon-Produkt die MICD, im Vergleich zu den Patienten des Scheinkontroll-Arms:
    • Verbesserung beim 6-Minuten Gehtest
    • Verbesserung der NYHA Klasse
    • Verbesserung der Lebenqualität, basierend auf dem KCCQ survey
    • Verringerung der HF Hospitalisierungsrate
  • Besonders der Anteil der Patienten mit Carillon, die die MICD beim 6-Minuten Gehtest (für einen ≥30 m Verbesserung)erreichten, war signifikant höher im Vergleich zu der Scheinkontrollgruppe (jeweils 59% vs. 23%, p = 0.029), obwohl die REDUCE-FMR Studie statistisch nur für den primären Endpunkt (Verringerung der Mitralinsuffizienz (MI)) ausgelegt war.
  • Die NNT (number needed to treat) für einen ≥30 m Verbesserung im 6-Minuten Gehtest mit dem Carillon Produkt betrug 2.8, die NNT für eine ≥20 m Verbesserung betrug 3.6.
  • Auch alle anderen klinischen Verbesserungen bei Patienten mit dem Carillon Produkt im Vergleich zu der Kontrollgruppe waren ermutigend und unterstützen die weitere Anwendung des Produkts.

Die Autoren kommen zu dem Schluss: “Die Patientenpopulation in dieser Untergruppe der REDUCE‐FMR-Studie (EROA, 0.31 cm2; LVDD, 66 mm) entspricht in etwa der in der MITRA‐FR Studie und ist übertragbar auf viele Patienten mit Herzschwäche und moderater bis starker funktionaler MI. Im Gegensatz zur MITRA‐FR Studie zeigen unsere Ergebnisse für die Carillon-Gruppe einen Trend hin zur Verbesserung bei patientenbezogenen Parametern. In der Tat deutet die niedrige NNT für alle patientenbezogenen Parameter darauf hin, dass das Carillon Produkt wahrscheinlich Vorteile in einer eher größeren Gruppe von Patienten mit funktionaler MI bringt als in einer nur kleinen Untergruppe. Außerdem benutzte die REDUCE-FMR Studie, anders als die COAPT und MITRA‐FR Studien, eine Scheinkontrollgruppe, die die Zuverlässigkeit der Ergebnisse erhöht, indem sie Placebo- und Noceboeffekte minimiert.”

*Die Analyse der vorgesehenen Patientenpopulation wurde im Hinblick auf die funktionalen Ergebnisse bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurfleistung und moderater bis schwerer funktionaler MI (Grad 2+ bis 4+) durchgeführt, denen ein Carillon Produkt implantiert wurde oder die der Kontrollgruppe zugeordnet wurden. Da 29.7% der Patienten eingeschlossen wurden, obwohl sie nach Einschätzung des Core-Labs nur eine milde MIT (Grad 1+) besaßen, fokussiert sich diese Analyse auf die ursprünglich vorgesehene Patientenpopulation mit MI der Grade 2+ bis 4+.

Es wurde eine Meta-Analyse individueller Patientendaten aus 3 prospektiven Studien durchgeführt, an denen 209 Herzinsuffizienz-Patienten mit verminderter Ejektionsfraktion und funktioneller Mitralinsuffizienz (FMR) teilgenommen hatten. Die Patienten mit implantiertem Carillon Mitral Contour System bzw. die Kontrollgruppenpatienten wurden nach 12 Monaten hinsichtlich der Ergebnisse in Bezug auf die Parameter Schweregrad der Mitralinsuffizienz, linksventrikuläres (LV) Remodeling, Funktionsstatus und herzinsuffizienzbedingte Hospitalisierung beurteilt.

  • Bei den Patienten, denen das Produkt implantiert worden war, war nach 12 Monaten eine signifikante Verbesserung der Hämodynamik, der MI-Schwere (Regurgitationsvolumen und MI-Grad), des linksventrikulären Volumens (LVEDV) und des linksatrialen Volumens (LAV) im Vergleich zu denjenigen festzustellen, die das Produkt nicht erhalten hatten.
  • Die anhand der Veränderung der NYHA-Klasse gemessene Symptomverbesserung fiel im Vergleich zur Kontrollgruppe ebenfalls signifikant zugunsten der Produktimplantation aus (p < 0,00001): Bei 69,9 % (51/73) der implantierten Patienten mit einer Klasse III oder IV an der Baseline war nach 12 Monaten einer Verbesserung um mindestens eine Klasse eingetreten.
  • Ebenso war die Rate herzinsuffizienzbedingter Hospitalisierungen (Hospitalizations due to Heart Failure, HFH) bei den Implantat-Patienten signifikant reduziert (45,3 % vs. 64 %, p = 0,04).
  • Eine Sensitivitätsanalyse, die an Teilnehmern mit schwererer MI (MI-Grad 3+/4+) an der Baseline durchgeführt worden war, unterstützte die Gesamtkohorte im Hinblick auf die hämodynamische Verbesserung und ergab eine signifikante Verbesserung der HFH (43,9 % vs. 82,9 %, p = 0,04).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese umfangreiche Meta-Analyse individueller Patientendaten gezeigt hat, dass das CARILLON®-Produkt statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Nutzen in Bezug auf LV-Volumen, NYHA-Funktionsklasse und Indizes der Mitralklappenfunktion bietet und gleichzeitig die Rate nachfolgender HFH reduziert.

Embracing secondary mitral regurgitation with Carillon: past, present, and future15
ESC Heart Failure
Mitja Lainscak and Michael Böhm
December 2020

In diesem Leitartikel diskutieren Dr. Lainscak und Professor Böhm die optimale Behandlungsstrategie für Patienten mit funktioneller Mitralinsuffizienz. Im Therapiespektrum besteht Bedarf an zusätzlichen Therapien, die sicher sind und als Frühintervention eingesetzt werden können, um die Notwendigkeit wiederholter Hospitalisierungen zu reduzieren. Die von Gialluria et al. präsentierten Daten sprechen für die Verwendung des Carillon Mitral Contour Systems zur Erreichung dieses Ziels. Aufgrund weniger invasiver Ansätze, günstiger Effekte auf das linksventrikuläre Volumen und der Möglichkeit einer schrittweisen Aufrüstung durch andere Interventionen könnte Carillon bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf in Betracht gezogen werden, um Herzinsuffizienz-Patienten mit verminderter Ejektionsfraktion und funktioneller Mitralinsuffizienz rechtzeitig und effektiv zu behandeln.

Die echographischen Ergebnisse von Patienten mit atrial bedingter funktioneller Mitralinsuffizienz (aFMR) plus Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) wurden mit denen von Patienten mit ventrikulär bedingter funktioneller Mitralinsuffizienz (vFMR) plus Herzinsuffizienz mit verminderter Ejektionsfraktion (HFrEF) nach perkutaner Mitralklappenreparatur mit dem Carillon Mitral Contour System verglichen.

  • Die aFMR-Patienten zeigten im Vergleich zu den vFMR-Patienten eine ähnliche Verminderung des Durchmessers des Mitralklappenrings bei gleichzeitiger Reduktion des Regurgitationsvolumens bis zum Zeitpunkt nach 3 Monaten.
  • Eine signifikante Reduktion der MI, beurteilt anhand der Vena contracta, des effektiven Regurgitationsvolumens sowie der MR wurde bereits 3 Monate nach dem Verfahren in beiden Gruppen beobachtet.
  • Ebenso sank nach 3 Monaten der Anteil der Patienten mit NYHA III oder IV von 92,8 % auf 42,8 %, was während der gesamten 12-monatigen Nachbeobachtung beibehalten wurde.

Das Carillon-Produkt ist für HFpEF-Patienten mit aFMR geeignet und mit einer signifikanten Reduktion der MI verbunden.

  • Patienten mit implantiertem Carillon Mitral Contour System wurden im Rahmen einer postprozeduralen Langzeit-Nachbeobachtung von bis zu 7,5 Jahren beurteilt.
  • Die Patienten erfuhren postprozedural eine klinisch signifikante Reduzierung herzinsuffizienzbedingter Hospitalisierungen und eine Symptomverbesserung, die über den Nachbeobachtungszeitraum von mehr als 6 Jahren anhielt.
  • Die Langzeitmortalität nach 6 Jahren lag bei 40 % und schneidet damit im Vergleich zu verschiedenen früheren Studien, in denen medikamentös behandelte Patienten mit funktioneller Mitralklappeninsuffizienz untersucht wurden, günstig ab.

Bei den mit dem Carillon-Produkt behandelten Patienten waren auch mehr als sechs Jahre nach dem Verfahren weiterhin nachhaltige Verbesserungen der Mitralinsuffizienz, des linksventrikulären Volumens, der Ejektionsfraktion und des klinischen Status festzustellen. Bei allen Patienten lag bei der Nachbeobachtung nach 6 Jahren ein MI-Grad 2+ oder weniger vor, wobei mehr als die Hälfte einen MI-Grad 1+ oder eine Trace-MI hatte, und das LVEDV war von 154,0 ± 65,7 ml an der Baseline auf 104,5 ± 59,2 ml (p = 0,03) reduziert.

Comparison of effectiveness and survival after the MitraClip or Carillon procedure for severe functional mitral regurgitation: a single-center retrospective analysis3
Department of Cardiology, Frankfurt University Hospital, Frankfurt, Germany
doi: 10.5114/amsad.2020.97160
June 2020
  • Die erste Studie, die Patienten, die entweder mit Carillon (n = 37) oder MitraClip (n = 137) behandelt wurden, direkt vergleicht.
  • Der MI-Grad war nach dem Verfahren in beiden Gruppen signifikant reduziert (p < 0,001).
    • Der MI-Grad blieb bei Carillon-Patienten nach 2 Jahren weiterhin reduziert (n = 9).
  • Die Überlebenszeit wurde bis zu 5 Jahren beurteilt.
    • Die mediane Überlebenszeit betrugt in der Carillon-Gruppe 3,92 Jahre i. Vgl. zu 1,66 Jahren in der MitraClip-Gruppe (p = 0,01).
    • Die Differenz beim beobachteten Überlebensvorteil kann von zahlreichen Baseline-Faktoren beeinflusst werden.
  • Der pulmonalarterielle Druck war nach dem Verfahren in beiden Gruppen reduziert (p < 0,05). Allerdings wurde eine stetige Verringerung bei einer späteren Nachbeobachtung nur in der Carillon-Gruppe festgestellt.

  • 30 Patienten mit symptomatischer mittelschwerer oder schwerer sMI [FMI] wurden durch Untersuchungen mit modernen Ultraschallgeräten 1 Tag vor dem Verfahren und unmittelbar vor der Entlassung auf akute Auswirkungen der Carillon-Therapie beurteilt.
  • Die Behandlung von sMI [FMI] mit dem Carillon-Produkt führt bei 83 % der Patienten nach dem Verfahren zu einer akuten Reduktion der MI-Schwere.
    • Sowohl die PISA-basierten Messwerte des Regurgitationsvolumens sowie die anhand der Regurgitationsfraktion ermittelten Messwerte waren nach dem Verfahren erheblich verbessert (p < 0,05).
  • Das effektive [Vorwärts-]Schlagvolumen war unmittelbar nach dem Verfahren signifikant besser (p < 0,001), und die Ejektionsfraktion war nicht-signifikant besser (p = 0,06).

  • In diese retrospektive, monozentrische Studie wurden 37 Patienten aufgenommen, denen das Carillon-Produkt implantiert wurde.
  • Die erste Studie, bei der nach einer TMVr-Therapie (Transcatheter Mitral Valve Repair) sowohl in anterior-posterioren und anterolateral-posteromedialen Aspekten eine signifikante Reduktion des Ringdurchmessers festgestellt wurde (p < 0,001).
  • Das linksatriale Volumen war bei einer Nachbeobachtung nach 30 Tagen signifikant reduziert (p < 0,02) und bis zu 1 Jahr aufrechterhalten.

Mit dieser Analyse können neue Erkenntnisse über die langfristige Rolle des Carillon Mitral Contour Systems für die Behandlung von symptomatischer Herzinsuffizienz mit funktioneller Mitralinsuffizienz gewonnen werden.

Im Rahmen der Analyse wurden insgesamt 74 Patienten aus den klinischen Studien TITAN, TITAN II und REDUCE FMR beurteilt, die trotz leitlinienkonformer medikamentöser Behandlung an symptomatischer Herzinsuffizienz litten (FMI der Schweregrade 2+ bis 4+, Vergrößerung des linken Ventrikels und reduzierte Ejektionsfraktion). Bei allen Patienten standen die Ultraschallparameter bis zum Termin nach 12 Monaten und der Vitalstatus bis zu einem Zeitraum von 5 Jahren zur Verfügung.

  • Im Nachbeobachtungszeitraum von 1 Jahr hat sich bei 64 % der Patienten die New York Heart Association-(NYHA-)Klasse verringert, die Entfernung beim 6-Minuten-Gehtest hat sich erhöht, und Ultraschalluntersuchungen haben eine signifikante Verringerung des MI-Grads und ein vorteilhaftes linksventrikuläres Remodeling nachgewiesen.
  • Die Überlebensrate nach Kaplan-Meier lag bei einer Nachbeobachtung nach 1 Jahr bei 83,6 %, nach 2 Jahren bei 73,1 %, nach 3 Jahren bei 67,9 % und nach 4 bis 5 Jahren bei 56,2 %.
  • Die primären Bestimmungsfaktoren des langfristigen Überlebens waren eine Verringerung der NYHA-Klasse, eine Erhöhung der Entfernung beim 6-Minuten-Gehtest und eine Reduktion des Regurgitationsvolumens im ersten Jahr der Nachbeobachtung.
  • Die 3-Jahres-Mortalitätsrate im Vergleich zu veröffentlichten Ergebnissen der COAPT und der leitlinienkonformen medikamentösen Behandlung (Guideline-Directed Medical Therapy, GDMT) betrug bei Heranziehen von zugeordneten Patientenpopulationen 33,7 % für Carillon, 42,8 % für MitraClip in COAPT und 55,5 % für GDMT.

REDUCE FMR
JACC: Heart Failure
doi: 10.1016/j.jchf.2019.06.011
November 2019

Die Studie REDUCE FMR war die erste doppelblinde Studie auf dem Gebiet der perkutanen Herzklappentherapie, erreichte ihren primären Endpunkt und erzielte ein vorteilhaftes Reverse-Remodeling des linken Ventrikels. Basierend auf der Beurteilung des verblindeten Echo-Corelabs wurde eine Reduktion des Regurgitationsvolumens um 22 % median nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie REDUCE FMR entsprechen den vorherigen Studien des Carillon-Produkts.

1Daten liegen vor. Prozentsatz berechnet durch Durchschnittswertbildung der prozentualen Veränderungen der einzelnen Patienten.
ITT = Intent to Treat (Behandlungsabsicht)

REDUCE FMR war die erste doppelblinde, randomisierte, parallele, Placebo-kontrollierte Studie einer perkutanen Herzklappentherapie überhaupt. Ihr Ziel war die Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit des Carillon Mitral Contour Systems zur Behandlung der sekundären (funktionellen) Mitralinsuffizienz (FMI) bei Herzinsuffizienz. Die wichtigsten Eignungskriterien waren ähnlich wie bei früheren Studien des Carillon-Systems u. a. NYHA-Klasse II–IV, MI-Grad 2+ bis 4+, LVEDD > 55 mm und Ejektionsfraktion < 50 % trotz stabiler, leitlinienkonformer medikamentöser Therapie. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des Regurgitationsvolumens (RV) nach 1 Jahr anhand Analyse der Intention-to-Treat-Population. Durch die Doppelverblindung wurde der höchste wissenschaftliche Maßstab an die Studie angelegt. Die Patienten und die Auswerter waren bis zum Ende der Nachbeobachtung verblindet und das unabhängige Echo-Corelab war nicht nur in Bezug auf die Behandlung und die zeitliche Folge der Bilder verblindet, sondern die Bilder wurden auch in zufälliger Reihenfolge gelesen.

Insgesamt wurden 120 Patienten an 31 Prüfzentren in Europa, Australien und Neuseeland nach dem Zufallsprinzip dem Behandlungsarm (87) oder dem Placebo-Arm (33) zugewiesen.

Vor der Aufnahme in die Studie wurde durch die jeweilige Klinik eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, und bei 35 Patienten (29,2 %) wurde später durch das Corelab ein MI-Grad 1+ als Baseline ausgewertet. Bei 14 (16 %) der Patienten, die der Behandlungsgruppe zugewiesen worden waren, wurde kein Produkt implantiert. In den meisten Fällen war dies durch die Beeinträchtigung einer Koronararterie bedingt (n = 8), die in allen Fällen nach Entfernen des Implantats abklang. Die Implantationsdauer lag im Durchschnitt bei 64,2 ±34,8 Minuten und die Gesamtdauer des Verfahrens betrug durchschnittlich 102,7 ±54,9 Minuten. Die Abwesenheit von produktbezogenen schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (Major Adverse Events, MAE) lag bei 98,9 %, und es traten keine Produktembolisationen, Produktbrüche, kardialen Perforationen oder intraprozeduralen ischämischen Ereignisse auf. Es gab zwei Fälle von 30-Tage-Mortalität, die beide dem Behandlungsarm angehörten. Diese wurden einer progredienten kardiorenalen Verschlechterung zugeschrieben. Die MAE-Inzidenzrate zum Zeitpunkt nach 1 Jahr war zwischen der Behandlungs- und der Kontrollgruppe statistisch gesehen nicht unterschiedlich (16,1 % in der Behandlungsgruppe gegenüber 18,2 % in der Kontrollgruppe).

Der primäre Endpunkt wurde mit einer statistisch signifikanten Reduktion des Regurgitationsvolumens über die Mitralklappe in der Behandlungsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe erreicht (Verminderung um 7,1 ml/Schlag gegenüber Anstieg um 3,3 ml/Schlag, p = 0,049). Eine sekundäre Analyse von Patienten mit schwererer FMI (MI-Grad ≥ 3+) zeigte ein ähnliches Muster bei den Veränderungen. Die Patienten in der Behandlungsgruppe (n = 15) erfuhren eine Reduktion des Regurgitationsvolumens über die Mitralklappe von 12,8 ml/Schlag, wohingegen die Patienten in der Kontrollgruppe (n = 8) einen Anstieg um 0,6 ml/Schlag erfuhren (p = 0,14). Zusätzlich zu Verbesserungen des Regurgitationsvolumens wurde der Nachweis eines vorteilhaften Reverse-Remodelings des LV mit einer signifikanten Reduktion der linksventrikulären Volumina bei den Patienten, die das Produkt erhalten hatten, gegenüber den Patienten in der Kontrollgruppe erbracht.

Die Patienten in der Behandlungsgruppe erfuhren zusätzlich eine signifikante Verbesserung bei der im Rahmen des 6-Minuten-Gehtests zurückgelegten Distanz zum Zeitpunkt nach 12 Monaten im Vergleich zu ihrem Baseline-Wert (p = 0,002). Bei den der Kontrollgruppe zugewiesenen Patienten war dies nicht der Fall (p = 0,29). Ebenso verzeichnete die Behandlungsgruppe nach 12 Monaten eine signifikante Verbesserung der NYHA-Klasse im Vergleich zu ihrem Baseline-Wert (p = 0,002). Bei den der Kontrollgruppe zugewiesenen Patienten war dies nicht der Fall (p = 0,75).

Mit der Studie REDUCE FMR wurde das Carillon-System die erste TMVr-Therapie, für die nach 1 Jahr im Rahmen einer verblindeten, randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie ein signifikantes vorteilhaftes Reverse-Remodeling des linken Ventrikels und eine signifikante Reduktion des Regurgitationsvolumens nachgewiesen wurde.

Diese Analyse zeigte, dass eine FMI mit dem Carillon-Produkt behandelbar ist, und eine erfolgreiche Implantation führt in nur einem Monat zu einem linksventrikulären Reverse-Remodeling und einer verbesserten systolischen Leistung. Eine zeltförmige Konfiguration der Mitralklappe ist ein wichtiger Baseline-Parameter bei der Vorhersage der Behandlungswirksamkeit mit dem Carillon-Produkt.

  • 35 Patienten wurden in die Studie aufgenommen, und bei 22 wurde des Carillon-Produkt erfolgreich implantiert. Bei Patienten, denen das Produkt nicht implantiert wurde, lag der Grund in der Größe des Koronarsinus (n = 3), einer Beeinträchtigung des Zugangs (n=2), einer Beeinträchtigung des Koronararterienflusses (n = 4) oder einer unzureichenden Reduktion der Mitralinsuffizienz (n = 4).
  • Bei der Nachbeobachtung nach einem Monat wurden statistisch signifikante Reduktionen der folgenden Parameter festgestellt: anteroposteriorer (AP-)Durchmesser, Regurgitationsvolumen (RV), Vena contracta (VC), effektive Regurgitationsöffnungsfläche (Effective Regurgitant Orifice Area, EROA), Proximale isovolumetrische Oberfläche (Proximal Isovelocity Surface Area, PISA), zeltförmige Konfiguration der Mitralklappe, Tethering der Mitralklappe und mittlerer diastolischer interpapillärer Abstand.
  • Bei Patienten mit vergrößerten linksatrialen Durchmessern wurde nach der Implantation eine größere Verbesserung der Ejektionsfraktion festgestellt.

TITAN II
Open Heart
doi: 10.1136/openhrt-2016-000411
June 2016

Die Studie TITAN II erreichte ihren Endpunkt und zeigte signifikante Verbesserungen der Ultraschallparameter und der funktionellen Ergebnisse.

TITAN II war eine einarmige Studie zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit einer aktualisierten Version des Carillon-Systems. Die Einschluss- und Ausschlusskriterien waren ähnlich wie bei der TITAN-Studie. Die Patienten wiesen eine symptomatische Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse ≥ 2), einen MI-Grad 2+ bis 4+, einen dilatierten linken Ventrikel (LVEDD > 55 mm) und eine Ejektionsfraktion < 40 % auf. Quantitative Bewertungen der MI wurden von einem unabhängigen Core-Echolab durchgeführt, und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (MAE) wurden von einem unabhängigen Data and Safety Monitoring Board (DSMB) überprüft. Insgesamt wurden 36 Patienten eingeschlossen, von denen 30 ein permanentes Implantat erhielten.

Diese Analyse zeigte, dass eine potenzielle Beeinträchtigung der Koronararterie bei allen Patienten sicher und wirksam gemanagt werden kann, wobei bei 95 % eine Implantation erfolgreich war.

  • Bei 17 Patienten wurde des Carillon-Produkt in einer prospektiven, monozentrischen, nicht randomisierten Studie implantiert.
  • Die Patienten erfuhren eine durchschnittliche akute Reduktion des MI-Grads um 1 (2,8 auf 1,9, p < 0,005), wobei nach 3 Monaten eine weitere Verbesserung festgestellt wurde (1,5, p < 0,005).
  • Bei 41,2 % der Patienten kam es intraoperativ zu einer akuten Reduktion des Koronararterienflusses, und bei allen Patienten (mit einer Ausnahme) konnte dies problemlos dadurch behandelt werden, dass den Patienten das Implantat erfolgreich implantiert wurde.

Diese Analyse zeigte, dass eine perkutane Mitralklappenreparatur bei Patienten mit FMI aufgrund von Herzinsuffizienz kostengünstig sein kann.

  • Basierend auf den TITAN-Studienergebnissen wurde anhand einer Kombination aus einem Entscheidungsbaum und dem Markov-Prozess eine Kosten-Nutzen-Analyse des Carillon Mitral Contour Systems durchgeführt. Die Analyse wurde aus der Perspektive der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung über einen Zeithorizont von 10 Jahren durchgeführt.
  • Carillon stellte Patienten mit einem Wert von 1,15 inkrementellen qualitätskorrigierten Lebensjahren (QALY) und einem Wert von 1,41 inkrementellen Lebensjahren zusätzliche Vorteile bereit. Das Verfahren war im Vergleich zur optimalen medizinischen Therapie (OMT) mit einem inkrementellen Kosten-Nutzen-Verhältnis von € 15.533/QALY kostengünstig. Mit einem Willingness-to-Pay-Schwellenwert von € 35.000/QALY hatte eine perkutane Mitralklappenreparatur eine Wahrscheinlichkeit von 84 %, kostengünstig zu sein.

Restoration of normal left ventricular geometry after percutaneous mitral annuloplasty: case report and review of literature10
Catheterization and Cardiovascular Interventions
doi: 10.1002/ccd.25689
September 2014

Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz und Mitralinsuffizienz kann das Carillon-Produkt erfolgreich als Erstlinienbehandlung verwendet.

  • Fallbericht eines Patienten mit NYHA-Klasse IV, der sich mit einer schweren Dyspnoe mit Fortschreiten zu einer Orthopnoe und paroxysmalen nächtlichen Dyspnoe vorstellte. Beim Patienten wurde eine schwere funktionelle Mitralinsuffizienz vom Grad 4 und eine schwere linksventrikuläre systolische Dysfunktion festgestellt. Ein chirurgischer Eingriff an der Mitralklappe wurde als ungeeignet erachtet, und es wurde eine perkutane Mitralklappen-Annuloplastie mit dem Carillon Mitral Contour System durchgeführt.
  • Ab dem Baseline-Termin bis zu 6 Monaten nach der Implantation des Carillon-Produkts kam es beim Patienten zu einer 70%igen Reduktion der Vena contracta (0,25 cm gegenüber 0,84 cm) und zu einer 90%igen Reduktion des Regurgitationsvolumens (29 ml gegenüber 291 ml). Der MI-Grad wurde von Grad 4 auf Grad 2 verringert, und die NYHA-Klasse verbesserte sich von IV auf I.
  • Es wurde ein Remodeling des linken Ventrikels beobachtet, was zu einer absoluten Verbesserung der Ejektionsfraktion von 30 % (von 20 % auf 50 %) führte.
  • Die Symptome des Patienten verbesserten sich so signifikant, dass er nicht mehr unmittelbar als Kandidat für ein CRT-System in Frage kam.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit geringer Ejektionsfraktion, breitem QRS-Komplex und FMI ist es möglich, das Glockenspiel vor einem CRT-System zu implantieren.

  • Fallstudie eines 45-jährigen männlichen Patienten mit ischämischer Herzinsuffizienz, dem ein Carillon-Produkt erfolgreich implantiert wurde.
  • Das Verfahren führte zu klinischen Verbesserungen und einer Verringerung der FMI.
  • Fünfzehn Monate nach der Implantation war der Patient ein Kandidat für eine CRT und unterzog sich einer erfolgreichen Implantation, die zu weiteren Verbesserungen der klinischen und Ultraschallparameter führte.

TITAN
European Journal of Heart Failure
doi:10.1093/eurjhf/hfs076
May 2012

Die TITAN-Studie erreichte ihren Endpunkt und zeigte, dass das Carillon-Produkt den FMI-Schweregrad bei Herzinsuffizienz-Patienten signifikant und sicher reduzieren konnte, was zu einem signifikant vorteilhaften Reverse-Remodeling des linken Ventrikels über 12 Monate und zu verbesserten klinischen Messergebnissen über 24 Monate führte.

Die TITAN-Studie war eine prospektive, nicht randomisierte, multizentrische europäische Studie. Ziel der Studie war es, festzustellen, ob das Carillon-Produkt eine FMI sicher und wirksam reduzieren und einen dauerhaften klinischen Langzeitnutzen erbringen kann. Die Nachbeobachtung umfasste typische klinische und Ultraschall-Untersuchungen bis zum Zeitpunkt nach 1 Jahr. Bei den Patienten, denen das Produkt implantiert worden war, erfolgte eine weitere klinische Nachbeobachtungsuntersuchung nach 2 Jahren. Die Studie wurde nach strengen Kriterien unter Aufsicht unabhängiger Parteien durchgeführt, darunter ein Echo-Corelab, ein Komitee für klinische Ereignisse (CEC) und ein Data and Safety Monitoring Board (DSMB). Die Haupteinschlusskriterien waren: MI-Grad 2+ bis 4+, NYHA-Klasse II–IV und LVEF < 40 %.

Bei 36 der 53 in die Studie aufgenommenen Patienten wurde das Produkt dauerhaft implantiert. Bei 17 Patienten wurde das Produkt (aufgrund einer vorübergehenden Beeinträchtigung einer Koronararterie (n = 8) bzw. aufgrund einer FMI-Reduktion < 1 Grad (n = 9)) wieder eingeholt. Diese nicht-implantierten Patienten wurden als Vergleichsgruppe nachbeobachtet.

Das Carillon-Produkt verbesserte bei FMI-Patienten die funktionelle Kapazität und die Ultraschallparameter.

  • In diese Studie wurden nacheinander 14 Patienten aufgenommen, denen das Carillon-Produkt implantiert wurde.
  • Beim Baseline-Termin und nach einem Monat wurden Ultraschallparameter, ein 6-Minuten-Gehtest, ein Laufbandbelastungstest nach dem Naughton-Protokoll, die NYHA-Klasse und die Lebensqualität (QOL) beurteilt.
  • Alle Werte wiesen einen Monat nach dem Baseline-Termin eine statistisch signifikante Verbesserung auf.
  • Die MI-Ultraschallparameter wurden unmittelbar nach dem Verfahren und im Beobachtungszeitraum von einem Monat beobachtet; die Parameter beinhalteten Vena contracta (0,36 cm nach dem Verfahren und 0,31 cm nach einem Monat gegenüber 0,65 cm zum Baseline-Termin, beide p < 0,001) sowie effektive Regurgitationsöffnungsfläche (Effective Regurgitant Orifice Area, EROA) (0,18 cm2 nach dem Verfahren und 0,20 cm2 nach einem Monat gegenüber 0,28 cm2 zum Baseline-Termin, p < 0,05 bzw. p < 0,005).
  • Einen Monat nach dem Verfahren waren erhebliche Verbesserungen beim 6-Minuten-Gehtest (25 %, p < 0,001), beim Laufbandbelastungstest nach dem Naughton-Protokoll (45,0 %, p < 0,005) und den NYHA-Klassifizierungen (34,1 %, p < 0,005) zu verzeichnen.

Das Carillon-Produkt verbesserte die Ultraschallparameter bei Patienten mit funktioneller Mitralinsuffizienz.

  • In dieser Studie waren neun Patienten aufgenommen worden, denen das Carillon-Produkt erfolgreich implantiert wurde.
  • Einen Monat nach der Implantation wurden die Vena contracta, das Verhältnis des Jet-Bereichs zum linksatrialen Bereich und weitere Ultraschallparameter in Bezug auf den Baseline-Termin beurteilt.
  • Die Vena contracta und das Verhältnis des Jet-Bereichs zum linksatrialen Bereich verbesserten sich (p < 0,05 bzw. p < 0,005).

Das Carillon-Produkt kann bei Herzinsuffizienzpatienten mit niedriger Ejektionsfraktion, breitem QRS-Komplex und FMI vor einem CRT-System implantiert werden.

  • Drei Patienten, die die aktuellen Richtlinien für eine kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) erfüllten und in die AMADEUS-Studie aufgenommen wurden, unterzogen sich 7–8 Monate nach der Implantation eines Mitralklappen-Annuloplastieprodukts einer CRT-Implantation.
  • Bei keinem Patienten war der Zugang zum Koronarsinus und die Platzierung der linksventrikulären Elektrode in eine posterolaterale Herzvene durch das Mitralklappen-Annuloplastieprodukt behindert.

AMADEUS
Circulation
doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.109.849885
July 2009

Die „First-in-Human“-Studie AMADEUS erreichte ihren Endpunkt und erbrachte den Nachweis der erfolgreichen Platzierung des Carillon-Produkts und einer signifikanten Reduktion der FMI.

AMADEUS war eine einarmige „First-in-Human“-Studie zur Bewertung der Sicherheit und Durchführbarkeit des Carillon-Produkts. Die Studie nutzte mehrere unabhängige Gremien, um Bias zu minimieren und rigorosere Maßstäbe anzulegen, u. a. ein verblindetes Echo-Corelab, ein Komitee für klinische Ereignisse (CEC) sowie ein Data Safety Monitoring Board (DSMB). Die Haupteinschlusskriterien umfassten: mittelschwere bis schwere FMI, NYHA-Klasse II–IV, LVEDD > 55 mm und Ejektionsfraktion < 40 %, dauerhaft stabiler und optimaler HI-Medikamentenplan. In die Studie wurden 48 Patienten aufgenommen. Bei 30 Patienten wurde das Produkt erfolgreich implantiert. Nach sechs Monaten lag der Grad der FMI-Reduktion bei fünf verschiedenen quantitativen Ultraschall-Kontrolluntersuchungen in einem Bereich von 22 bis 32 %.

  • Patienten mit implantiertem Carillon Mitral Contour System wurden im Rahmen einer postprozeduralen Langzeit-Nachbeobachtung von bis zu 7,5 Jahren beurteilt.
  • Die Patienten erfuhren postprozedural eine klinisch signifikante Reduzierung herzinsuffizienzbedingter Hospitalisierungen und eine Symptomverbesserung, die über den Nachbeobachtungszeitraum von mehr als 6 Jahren anhielt.
  • Die Langzeitmortalität nach 6 Jahren lag bei 40 % und schneidet damit im Vergleich zu verschiedenen früheren Studien, in denen medikamentös behandelte Patienten mit funktioneller Mitralklappeninsuffizienz untersucht wurden, günstig ab.

Bei den mit dem Carillon-Produkt behandelten Patienten waren auch mehr als sechs Jahre nach dem Verfahren weiterhin nachhaltige Verbesserungen der Mitralinsuffizienz, des linksventrikulären Volumens, der Ejektionsfraktion und des klinischen Status festzustellen. Bei allen Patienten lag bei der Nachbeobachtung nach 6 Jahren ein MI-Grad 2+ oder weniger vor, wobei mehr als die Hälfte einen MI-Grad 1+ oder eine Trace-MI hatte, und das LVEDV war von 154,0 ± 65,7 ml an der Baseline auf 104,5 ± 59,2 ml (p = 0,03) reduziert.

Comparison of effectiveness and survival after the MitraClip or Carillon procedure for severe functional mitral regurgitation: a single-center retrospective analysis3
Department of Cardiology, Frankfurt University Hospital, Frankfurt, Germany
doi: 10.5114/amsad.2020.97160
June 2020
  • Die erste Studie, die Patienten, die entweder mit Carillon (n = 37) oder MitraClip (n = 137) behandelt wurden, direkt vergleicht.
  • Der MI-Grad war nach dem Verfahren in beiden Gruppen signifikant reduziert (p < 0,001).
    • Der MI-Grad blieb bei Carillon-Patienten nach 2 Jahren weiterhin reduziert (n = 9).
  • Die Überlebenszeit wurde bis zu 5 Jahren beurteilt.
    • Die mediane Überlebenszeit betrugt in der Carillon-Gruppe 3,92 Jahre i. Vgl. zu 1,66 Jahren in der MitraClip-Gruppe (p = 0,01).
    • Die Differenz beim beobachteten Überlebensvorteil kann von zahlreichen Baseline-Faktoren beeinflusst werden.
  • Der pulmonalarterielle Druck war nach dem Verfahren in beiden Gruppen reduziert (p < 0,05). Allerdings wurde eine stetige Verringerung bei einer späteren Nachbeobachtung nur in der Carillon-Gruppe festgestellt.

Mit dieser Analyse können neue Erkenntnisse über die langfristige Rolle des Carillon Mitral Contour Systems für die Behandlung von symptomatischer Herzinsuffizienz mit funktioneller Mitralinsuffizienz gewonnen werden.

Im Rahmen der Analyse wurden insgesamt 74 Patienten aus den klinischen Studien TITAN, TITAN II und REDUCE FMR beurteilt, die trotz leitlinienkonformer medikamentöser Behandlung an symptomatischer Herzinsuffizienz litten (FMI der Schweregrade 2+ bis 4+, Vergrößerung des linken Ventrikels und reduzierte Ejektionsfraktion). Bei allen Patienten standen die Ultraschallparameter bis zum Termin nach 12 Monaten und der Vitalstatus bis zu einem Zeitraum von 5 Jahren zur Verfügung.

  • Im Nachbeobachtungszeitraum von 1 Jahr hat sich bei 64 % der Patienten die New York Heart Association-(NYHA-)Klasse verringert, die Entfernung beim 6-Minuten-Gehtest hat sich erhöht, und Ultraschalluntersuchungen haben eine signifikante Verringerung des MI-Grads und ein vorteilhaftes linksventrikuläres Remodeling nachgewiesen.
  • Die Überlebensrate nach Kaplan-Meier lag bei einer Nachbeobachtung nach 1 Jahr bei 83,6 %, nach 2 Jahren bei 73,1 %, nach 3 Jahren bei 67,9 % und nach 4 bis 5 Jahren bei 56,2 %.
  • Die primären Bestimmungsfaktoren des langfristigen Überlebens waren eine Verringerung der NYHA-Klasse, eine Erhöhung der Entfernung beim 6-Minuten-Gehtest und eine Reduktion des Regurgitationsvolumens im ersten Jahr der Nachbeobachtung.
  • Die 3-Jahres-Mortalitätsrate im Vergleich zu veröffentlichten Ergebnissen der COAPT und der leitlinienkonformen medikamentösen Behandlung (Guideline-Directed Medical Therapy, GDMT) betrug bei Heranziehen von zugeordneten Patientenpopulationen 33,7 % für Carillon, 42,8 % für MitraClip in COAPT und 55,5 % für GDMT.

Obwohl COAPT erfolgreich war, war MITRA.fr nicht erfolgreich. Die vorherrschenden Theorien über den Unterschied in den Studien ist das Ausmaß der linksventrikulären Dysfunktion bei den eingeschlossenen Patienten. Dies ist eine gepoolte Analyse von Patienten mit funktioneller MR und schwerer LV-Vergrößerung (enddiastolischer LV-Durchmesser > 65 mm), die mit GDMT und dem Carillon-Gerät im Vergleich zu GDMT allein behandelt wurden – d. h. MITRA.fr-Patienten. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Analyse waren die Veränderungen der echokardiographischen Parameter der Mitralklappe und des LV über ein Jahr hinweg, das funktionelle Ergebnis, die Lebensqualität, die Sterblichkeit und die Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz (HFH).

  • Insgesamt wurden 95 Patienten (67 Carillon-Gruppe; 28 GDMT-Gruppe) mit schwerer LV-Vergrößerung eingeschlossen.
  • I In der Carillon-Gruppe waren alle Parameter der Mitralklappe und der LV-Morphologie nach 1 Jahr signifikant verbessert.
    • Das Regurgitationsvolumen verringerte sich um 12 ml (p<0,001)
    • MR-Grad verringerte sich um 0,6 Einheiten (p<0,001)
    • LV enddiastolisches Volumen verringerte sich um 25 cc (p=0,005)
    • LV end-systolisches Volumen verringerte sich um 21 cc (p=0,01)
  • Signifikante Unterschiede in der funktionellen Verbesserung wurden auch zwischen der Carillon-Gruppe und der GDMT-Gruppe festgestellt:
  • Verbesserung des KCCQ-Scores (15±4 vs 6±6; p=0,03)
  • Inzidenz der HFH war 29,9% vs. 50,0% und die kumulative Rate der HFH war 0,43 vs. 0,75 (p<0,001)

Die Schlussfolgerung: “In patients with functional MR and severe LV enlargement, the Carillon device improved mitral valve function, LV morphology, and functional outcome compared to patients receiving GDMT only. Preoperative LV dimension should not be a limiting factor when evaluating patient eligibility or anticipated response to therapy with the Carillon device.”

Indirect Annuloplasty of the Mitral Valve The Carillon Mitral Contour System*
CATH’LAB
Lipiecki et al.
March 2021

Dieser Artikel betrifft Millionen von Herzinsuffizienz-Patienten weltweit, die aufgrund einer funktionellen Mitralinsuffizienz (FMR) ein deutlich erhöhtes Sterberisiko haben. Er diskutiert die umfangreichen klinischen Erfahrungen, die für das Carillon-System bei der Behandlung der FMR vorliegen, die Vorteile des Carillon-Ansatzes gegenüber alternativen Therapien und hebt zahlreiche Patientengruppen hervor, die von einer Behandlung mit dem Carillon profitieren könnten. Die Autoren kommen zu dem Schluss:

  • Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Studien deuten darauf hin, dass die FMR-Behandlung mit dem Carillon-System sowohl sicher als auch effektiv bei der Reduzierung der Mitralinsuffizienz und der linksventrikulären Dysfunktion ist.
  • Die kurze Eingriffszeit und der einfache Einsatz des Geräts sind sicherlich ein Vorteil gegenüber anderen auf dem Markt erhältlichen Techniken.
  • Die derzeit laufende prospektive CARILLON US-Studie evaluiert die Wirksamkeit des Carillon-Systems auf Morbidität und Mortalität und sollte das Carillon Mitral Contour System als erste Wahl für die interventionelle Therapie validieren.


*Originalartikel veröffentlicht in der Ausgabe März 2021 von CATH’LAB. Die obige Artikelzusammenfassung wurde aus der französischen Originalveröffentlichung mit Hilfe von maschineller Übersetzung (DeepL) übersetzt.

Diese Metaanalyse basiert auf den einzelnen Patientendaten von 3 prospektiven Studien, an denen Patienten mit Herzinsuffizienz bei reduzierter Ejektionsfraktion und funktioneller Mitralinsuffizienz (FMR) teilnahmen. Allen Patienten wurde das Carillon Mitral Contour System implantiert. Die vorgestellten Hauptergebnisse sind Änderungen gegenüber dem Ausgangswert des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ-OSS), des 6-Minuten-Gehtests (6 MWT) und der New York Heart Association (NYHA) Klassifizierung nach einem und 12 Monaten nach der Implantation des Geräts.

  • Bei den 139 in die Analyse eingeschlossenen Patienten verbesserte das Carillon-Gerät die 6MWT-Strecke (63,0 m; 95% CI 18,8-107,2, p = 0,0056) und den KCCQ-OSS-Score (15,1; 95% CI 5,6-24,7, p = 0,0022) signifikant schon einen Monat nach Studienbeginn. Diese Vorteile konnten auch nach 12 Monaten bestätigt werden (64,1 m; 95% CI 13,2–115,0, p = 0,0141 für die 6 MWT-Strecke und 12,3; 95% CI 4,7–19,8, p = 0,0019 für den KCCQ-OSS-Score).
  • Bei mehr als 50% der Patienten wurde nach 12 Monaten eine Verbesserung des KCCQ-OSS um mehr als 5 (60,4%; 95% CI 47,4-72,1) bzw. 10 Punkte (50,5%; 95% CI 34,9-66,0) festgestellt.
  • Fast die Hälfte der Patienten zeigte nach Implantation des Geräts eine Verbesserung der NYHA-Klasse um ≥1 (nach einem Monat 67,9%; 95% CI 37,3-88,3, nach 12 Monaten 48,8%; 95% CI 31,8-66,2).
  • Die Ergebnisse für den KCCQ-OSS, die 6 MWT-Strecke und die NYHA-Klassifizierung blieben ähnlich, auch wenn nur Patienten mit Mitralinsuffizienz 3. oder 4. Grades analysiert wurden.

Das Carillon Mitral Contour System verbesserte die Lebensqualität der Patienten bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit funktioneller Mitralinsuffizienz signifikant. Die Verbesserung der Lebensqualität bei Patienten, die mit dem Carillon-Gerät behandelt wurden, war ähnlich oder besser als bei anderen kürzlich gemeldeten Studien zur Herzinsuffizienz.

Patienten mit Herzinsuffizienz erleben oft körperliche Beeinträchtigungen und empfinden eine eingeschränkte Lebensqualität. Darum ist die Verbesserung der Lebensqualität um eine sogenannte „minimale klinisch bedeutsame Differenz“ (MICD, minimally important clinical difference) ein wichtiges Maß der Effektivität der Herzinsuffizienz-Behandlung.

Der o.g., kürzlich veröffentlichte Aufsatz beinhaltet eine verbesserte Analyse der REDUCE FMR Studie basierend auf der vorgesehenen Patientenpopulation, wie sie durch ein Core-Lab beurteilt wurde*. Erneut konnten dabei überzeugende 12-Monatsergebnisse dieser einzigen randomisierten Blindstudie mit Scheinkontrolle im Bereich der Herzklappenbehandlung vorgelegt werden.

  • Für alle patientenbezogenen Ergebnisse erreichte eine substanziell höhere Anzahl von Patienten mit implantiertem Carillon-Produkt die MICD, im Vergleich zu den Patienten des Scheinkontroll-Arms:
    • Verbesserung beim 6-Minuten Gehtest
    • Verbesserung der NYHA Klasse
    • Verbesserung der Lebenqualität, basierend auf dem KCCQ survey
    • Verringerung der HF Hospitalisierungsrate
  • Besonders der Anteil der Patienten mit Carillon, die die MICD beim 6-Minuten Gehtest (für einen ≥30 m Verbesserung)erreichten, war signifikant höher im Vergleich zu der Scheinkontrollgruppe (jeweils 59% vs. 23%, p = 0.029), obwohl die REDUCE-FMR Studie statistisch nur für den primären Endpunkt (Verringerung der Mitralinsuffizienz (MI)) ausgelegt war.
  • Die NNT (number needed to treat) für einen ≥30 m Verbesserung im 6-Minuten Gehtest mit dem Carillon Produkt betrug 2.8, die NNT für eine ≥20 m Verbesserung betrug 3.6.
  • Auch alle anderen klinischen Verbesserungen bei Patienten mit dem Carillon Produkt im Vergleich zu der Kontrollgruppe waren ermutigend und unterstützen die weitere Anwendung des Produkts.

Die Autoren kommen zu dem Schluss: “Die Patientenpopulation in dieser Untergruppe der REDUCE‐FMR-Studie (EROA, 0.31 cm2; LVDD, 66 mm) entspricht in etwa der in der MITRA‐FR Studie und ist übertragbar auf viele Patienten mit Herzschwäche und moderater bis starker funktionaler MI. Im Gegensatz zur MITRA‐FR Studie zeigen unsere Ergebnisse für die Carillon-Gruppe einen Trend hin zur Verbesserung bei patientenbezogenen Parametern. In der Tat deutet die niedrige NNT für alle patientenbezogenen Parameter darauf hin, dass das Carillon Produkt wahrscheinlich Vorteile in einer eher größeren Gruppe von Patienten mit funktionaler MI bringt als in einer nur kleinen Untergruppe. Außerdem benutzte die REDUCE-FMR Studie, anders als die COAPT und MITRA‐FR Studien, eine Scheinkontrollgruppe, die die Zuverlässigkeit der Ergebnisse erhöht, indem sie Placebo- und Noceboeffekte minimiert.”

*Die Analyse der vorgesehenen Patientenpopulation wurde im Hinblick auf die funktionalen Ergebnisse bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurfleistung und moderater bis schwerer funktionaler MI (Grad 2+ bis 4+) durchgeführt, denen ein Carillon Produkt implantiert wurde oder die der Kontrollgruppe zugeordnet wurden. Da 29.7% der Patienten eingeschlossen wurden, obwohl sie nach Einschätzung des Core-Labs nur eine milde MIT (Grad 1+) besaßen, fokussiert sich diese Analyse auf die ursprünglich vorgesehene Patientenpopulation mit MI der Grade 2+ bis 4+.

Es wurde eine Meta-Analyse individueller Patientendaten aus 3 prospektiven Studien durchgeführt, an denen 209 Herzinsuffizienz-Patienten mit verminderter Ejektionsfraktion und funktioneller Mitralinsuffizienz (FMR) teilgenommen hatten. Die Patienten mit implantiertem Carillon Mitral Contour System bzw. die Kontrollgruppenpatienten wurden nach 12 Monaten hinsichtlich der Ergebnisse in Bezug auf die Parameter Schweregrad der Mitralinsuffizienz, linksventrikuläres (LV) Remodeling, Funktionsstatus und herzinsuffizienzbedingte Hospitalisierung beurteilt.

  • Bei den Patienten, denen das Produkt implantiert worden war, war nach 12 Monaten eine signifikante Verbesserung der Hämodynamik, der MI-Schwere (Regurgitationsvolumen und MI-Grad), des linksventrikulären Volumens (LVEDV) und des linksatrialen Volumens (LAV) im Vergleich zu denjenigen festzustellen, die das Produkt nicht erhalten hatten.
  • Die anhand der Veränderung der NYHA-Klasse gemessene Symptomverbesserung fiel im Vergleich zur Kontrollgruppe ebenfalls signifikant zugunsten der Produktimplantation aus (p < 0,00001): Bei 69,9 % (51/73) der implantierten Patienten mit einer Klasse III oder IV an der Baseline war nach 12 Monaten einer Verbesserung um mindestens eine Klasse eingetreten.
  • Ebenso war die Rate herzinsuffizienzbedingter Hospitalisierungen (Hospitalizations due to Heart Failure, HFH) bei den Implantat-Patienten signifikant reduziert (45,3 % vs. 64 %, p = 0,04).
  • Eine Sensitivitätsanalyse, die an Teilnehmern mit schwererer MI (MI-Grad 3+/4+) an der Baseline durchgeführt worden war, unterstützte die Gesamtkohorte im Hinblick auf die hämodynamische Verbesserung und ergab eine signifikante Verbesserung der HFH (43,9 % vs. 82,9 %, p = 0,04).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese umfangreiche Meta-Analyse individueller Patientendaten gezeigt hat, dass das CARILLON®-Produkt statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Nutzen in Bezug auf LV-Volumen, NYHA-Funktionsklasse und Indizes der Mitralklappenfunktion bietet und gleichzeitig die Rate nachfolgender HFH reduziert.

Embracing secondary mitral regurgitation with Carillon: past, present, and future15
ESC Heart Failure
Mitja Lainscak and Michael Böhm
December 2020

In diesem Leitartikel diskutieren Dr. Lainscak und Professor Böhm die optimale Behandlungsstrategie für Patienten mit funktioneller Mitralinsuffizienz. Im Therapiespektrum besteht Bedarf an zusätzlichen Therapien, die sicher sind und als Frühintervention eingesetzt werden können, um die Notwendigkeit wiederholter Hospitalisierungen zu reduzieren. Die von Gialluria et al. präsentierten Daten sprechen für die Verwendung des Carillon Mitral Contour Systems zur Erreichung dieses Ziels. Aufgrund weniger invasiver Ansätze, günstiger Effekte auf das linksventrikuläre Volumen und der Möglichkeit einer schrittweisen Aufrüstung durch andere Interventionen könnte Carillon bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf in Betracht gezogen werden, um Herzinsuffizienz-Patienten mit verminderter Ejektionsfraktion und funktioneller Mitralinsuffizienz rechtzeitig und effektiv zu behandeln.

Die echographischen Ergebnisse von Patienten mit atrial bedingter funktioneller Mitralinsuffizienz (aFMR) plus Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) wurden mit denen von Patienten mit ventrikulär bedingter funktioneller Mitralinsuffizienz (vFMR) plus Herzinsuffizienz mit verminderter Ejektionsfraktion (HFrEF) nach perkutaner Mitralklappenreparatur mit dem Carillon Mitral Contour System verglichen.

  • Die aFMR-Patienten zeigten im Vergleich zu den vFMR-Patienten eine ähnliche Verminderung des Durchmessers des Mitralklappenrings bei gleichzeitiger Reduktion des Regurgitationsvolumens bis zum Zeitpunkt nach 3 Monaten.
  • Eine signifikante Reduktion der MI, beurteilt anhand der Vena contracta, des effektiven Regurgitationsvolumens sowie der MR wurde bereits 3 Monate nach dem Verfahren in beiden Gruppen beobachtet.
  • Ebenso sank nach 3 Monaten der Anteil der Patienten mit NYHA III oder IV von 92,8 % auf 42,8 %, was während der gesamten 12-monatigen Nachbeobachtung beibehalten wurde.

Das Carillon-Produkt ist für HFpEF-Patienten mit aFMR geeignet und mit einer signifikanten Reduktion der MI verbunden.

  • 30 Patienten mit symptomatischer mittelschwerer oder schwerer sMI [FMI] wurden durch Untersuchungen mit modernen Ultraschallgeräten 1 Tag vor dem Verfahren und unmittelbar vor der Entlassung auf akute Auswirkungen der Carillon-Therapie beurteilt.
  • Die Behandlung von sMI [FMI] mit dem Carillon-Produkt führt bei 83 % der Patienten nach dem Verfahren zu einer akuten Reduktion der MI-Schwere.
    • Sowohl die PISA-basierten Messwerte des Regurgitationsvolumens sowie die anhand der Regurgitationsfraktion ermittelten Messwerte waren nach dem Verfahren erheblich verbessert (p < 0,05).
  • Das effektive [Vorwärts-]Schlagvolumen war unmittelbar nach dem Verfahren signifikant besser (p < 0,001), und die Ejektionsfraktion war nicht-signifikant besser (p = 0,06).

  • In diese retrospektive, monozentrische Studie wurden 37 Patienten aufgenommen, denen das Carillon-Produkt implantiert wurde.
  • Die erste Studie, bei der nach einer TMVr-Therapie (Transcatheter Mitral Valve Repair) sowohl in anterior-posterioren und anterolateral-posteromedialen Aspekten eine signifikante Reduktion des Ringdurchmessers festgestellt wurde (p < 0,001).
  • Das linksatriale Volumen war bei einer Nachbeobachtung nach 30 Tagen signifikant reduziert (p < 0,02) und bis zu 1 Jahr aufrechterhalten.

REDUCE FMR
JACC: Heart Failure
doi: 10.1016/j.jchf.2019.06.011
November 2019

Die Studie REDUCE FMR war die erste doppelblinde Studie auf dem Gebiet der perkutanen Herzklappentherapie, erreichte ihren primären Endpunkt und erzielte ein vorteilhaftes Reverse-Remodeling des linken Ventrikels. Basierend auf der Beurteilung des verblindeten Echo-Corelabs wurde eine Reduktion des Regurgitationsvolumens um 22 % median nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie REDUCE FMR entsprechen den vorherigen Studien des Carillon-Produkts.

1Daten liegen vor. Prozentsatz berechnet durch Durchschnittswertbildung der prozentualen Veränderungen der einzelnen Patienten.
ITT = Intent to Treat (Behandlungsabsicht)

REDUCE FMR war die erste doppelblinde, randomisierte, parallele, Placebo-kontrollierte Studie einer perkutanen Herzklappentherapie überhaupt. Ihr Ziel war die Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit des Carillon Mitral Contour Systems zur Behandlung der sekundären (funktionellen) Mitralinsuffizienz (FMI) bei Herzinsuffizienz. Die wichtigsten Eignungskriterien waren ähnlich wie bei früheren Studien des Carillon-Systems u. a. NYHA-Klasse II–IV, MI-Grad 2+ bis 4+, LVEDD > 55 mm und Ejektionsfraktion < 50 % trotz stabiler, leitlinienkonformer medikamentöser Therapie. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des Regurgitationsvolumens (RV) nach 1 Jahr anhand Analyse der Intention-to-Treat-Population. Durch die Doppelverblindung wurde der höchste wissenschaftliche Maßstab an die Studie angelegt. Die Patienten und die Auswerter waren bis zum Ende der Nachbeobachtung verblindet und das unabhängige Echo-Corelab war nicht nur in Bezug auf die Behandlung und die zeitliche Folge der Bilder verblindet, sondern die Bilder wurden auch in zufälliger Reihenfolge gelesen.

Insgesamt wurden 120 Patienten an 31 Prüfzentren in Europa, Australien und Neuseeland nach dem Zufallsprinzip dem Behandlungsarm (87) oder dem Placebo-Arm (33) zugewiesen.

Vor der Aufnahme in die Studie wurde durch die jeweilige Klinik eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, und bei 35 Patienten (29,2 %) wurde später durch das Corelab ein MI-Grad 1+ als Baseline ausgewertet. Bei 14 (16 %) der Patienten, die der Behandlungsgruppe zugewiesen worden waren, wurde kein Produkt implantiert. In den meisten Fällen war dies durch die Beeinträchtigung einer Koronararterie bedingt (n = 8), die in allen Fällen nach Entfernen des Implantats abklang. Die Implantationsdauer lag im Durchschnitt bei 64,2 ±34,8 Minuten und die Gesamtdauer des Verfahrens betrug durchschnittlich 102,7 ±54,9 Minuten. Die Abwesenheit von produktbezogenen schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (Major Adverse Events, MAE) lag bei 98,9 %, und es traten keine Produktembolisationen, Produktbrüche, kardialen Perforationen oder intraprozeduralen ischämischen Ereignisse auf. Es gab zwei Fälle von 30-Tage-Mortalität, die beide dem Behandlungsarm angehörten. Diese wurden einer progredienten kardiorenalen Verschlechterung zugeschrieben. Die MAE-Inzidenzrate zum Zeitpunkt nach 1 Jahr war zwischen der Behandlungs- und der Kontrollgruppe statistisch gesehen nicht unterschiedlich (16,1 % in der Behandlungsgruppe gegenüber 18,2 % in der Kontrollgruppe).

Der primäre Endpunkt wurde mit einer statistisch signifikanten Reduktion des Regurgitationsvolumens über die Mitralklappe in der Behandlungsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe erreicht (Verminderung um 7,1 ml/Schlag gegenüber Anstieg um 3,3 ml/Schlag, p = 0,049). Eine sekundäre Analyse von Patienten mit schwererer FMI (MI-Grad ≥ 3+) zeigte ein ähnliches Muster bei den Veränderungen. Die Patienten in der Behandlungsgruppe (n = 15) erfuhren eine Reduktion des Regurgitationsvolumens über die Mitralklappe von 12,8 ml/Schlag, wohingegen die Patienten in der Kontrollgruppe (n = 8) einen Anstieg um 0,6 ml/Schlag erfuhren (p = 0,14). Zusätzlich zu Verbesserungen des Regurgitationsvolumens wurde der Nachweis eines vorteilhaften Reverse-Remodelings des LV mit einer signifikanten Reduktion der linksventrikulären Volumina bei den Patienten, die das Produkt erhalten hatten, gegenüber den Patienten in der Kontrollgruppe erbracht.

Die Patienten in der Behandlungsgruppe erfuhren zusätzlich eine signifikante Verbesserung bei der im Rahmen des 6-Minuten-Gehtests zurückgelegten Distanz zum Zeitpunkt nach 12 Monaten im Vergleich zu ihrem Baseline-Wert (p = 0,002). Bei den der Kontrollgruppe zugewiesenen Patienten war dies nicht der Fall (p = 0,29). Ebenso verzeichnete die Behandlungsgruppe nach 12 Monaten eine signifikante Verbesserung der NYHA-Klasse im Vergleich zu ihrem Baseline-Wert (p = 0,002). Bei den der Kontrollgruppe zugewiesenen Patienten war dies nicht der Fall (p = 0,75).

Mit der Studie REDUCE FMR wurde das Carillon-System die erste TMVr-Therapie, für die nach 1 Jahr im Rahmen einer verblindeten, randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie ein signifikantes vorteilhaftes Reverse-Remodeling des linken Ventrikels und eine signifikante Reduktion des Regurgitationsvolumens nachgewiesen wurde.

Diese Analyse zeigte, dass eine FMI mit dem Carillon-Produkt behandelbar ist, und eine erfolgreiche Implantation führt in nur einem Monat zu einem linksventrikulären Reverse-Remodeling und einer verbesserten systolischen Leistung. Eine zeltförmige Konfiguration der Mitralklappe ist ein wichtiger Baseline-Parameter bei der Vorhersage der Behandlungswirksamkeit mit dem Carillon-Produkt.

  • 35 Patienten wurden in die Studie aufgenommen, und bei 22 wurde des Carillon-Produkt erfolgreich implantiert. Bei Patienten, denen das Produkt nicht implantiert wurde, lag der Grund in der Größe des Koronarsinus (n = 3), einer Beeinträchtigung des Zugangs (n=2), einer Beeinträchtigung des Koronararterienflusses (n = 4) oder einer unzureichenden Reduktion der Mitralinsuffizienz (n = 4).
  • Bei der Nachbeobachtung nach einem Monat wurden statistisch signifikante Reduktionen der folgenden Parameter festgestellt: anteroposteriorer (AP-)Durchmesser, Regurgitationsvolumen (RV), Vena contracta (VC), effektive Regurgitationsöffnungsfläche (Effective Regurgitant Orifice Area, EROA), Proximale isovolumetrische Oberfläche (Proximal Isovelocity Surface Area, PISA), zeltförmige Konfiguration der Mitralklappe, Tethering der Mitralklappe und mittlerer diastolischer interpapillärer Abstand.
  • Bei Patienten mit vergrößerten linksatrialen Durchmessern wurde nach der Implantation eine größere Verbesserung der Ejektionsfraktion festgestellt.

TITAN II
Open Heart
doi: 10.1136/openhrt-2016-000411
June 2016

Die Studie TITAN II erreichte ihren Endpunkt und zeigte signifikante Verbesserungen der Ultraschallparameter und der funktionellen Ergebnisse.

TITAN II war eine einarmige Studie zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit einer aktualisierten Version des Carillon-Systems. Die Einschluss- und Ausschlusskriterien waren ähnlich wie bei der TITAN-Studie. Die Patienten wiesen eine symptomatische Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse ≥ 2), einen MI-Grad 2+ bis 4+, einen dilatierten linken Ventrikel (LVEDD > 55 mm) und eine Ejektionsfraktion < 40 % auf. Quantitative Bewertungen der MI wurden von einem unabhängigen Core-Echolab durchgeführt, und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (MAE) wurden von einem unabhängigen Data and Safety Monitoring Board (DSMB) überprüft. Insgesamt wurden 36 Patienten eingeschlossen, von denen 30 ein permanentes Implantat erhielten.

Diese Analyse zeigte, dass eine potenzielle Beeinträchtigung der Koronararterie bei allen Patienten sicher und wirksam gemanagt werden kann, wobei bei 95 % eine Implantation erfolgreich war.

  • Bei 17 Patienten wurde des Carillon-Produkt in einer prospektiven, monozentrischen, nicht randomisierten Studie implantiert.
  • Die Patienten erfuhren eine durchschnittliche akute Reduktion des MI-Grads um 1 (2,8 auf 1,9, p < 0,005), wobei nach 3 Monaten eine weitere Verbesserung festgestellt wurde (1,5, p < 0,005).
  • Bei 41,2 % der Patienten kam es intraoperativ zu einer akuten Reduktion des Koronararterienflusses, und bei allen Patienten (mit einer Ausnahme) konnte dies problemlos dadurch behandelt werden, dass den Patienten das Implantat erfolgreich implantiert wurde.

Restoration of normal left ventricular geometry after percutaneous mitral annuloplasty: case report and review of literature10
Catheterization and Cardiovascular Interventions
doi: 10.1002/ccd.25689
September 2014

Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz und Mitralinsuffizienz kann das Carillon-Produkt erfolgreich als Erstlinienbehandlung verwendet.

  • Fallbericht eines Patienten mit NYHA-Klasse IV, der sich mit einer schweren Dyspnoe mit Fortschreiten zu einer Orthopnoe und paroxysmalen nächtlichen Dyspnoe vorstellte. Beim Patienten wurde eine schwere funktionelle Mitralinsuffizienz vom Grad 4 und eine schwere linksventrikuläre systolische Dysfunktion festgestellt. Ein chirurgischer Eingriff an der Mitralklappe wurde als ungeeignet erachtet, und es wurde eine perkutane Mitralklappen-Annuloplastie mit dem Carillon Mitral Contour System durchgeführt.
  • Ab dem Baseline-Termin bis zu 6 Monaten nach der Implantation des Carillon-Produkts kam es beim Patienten zu einer 70%igen Reduktion der Vena contracta (0,25 cm gegenüber 0,84 cm) und zu einer 90%igen Reduktion des Regurgitationsvolumens (29 ml gegenüber 291 ml). Der MI-Grad wurde von Grad 4 auf Grad 2 verringert, und die NYHA-Klasse verbesserte sich von IV auf I.
  • Es wurde ein Remodeling des linken Ventrikels beobachtet, was zu einer absoluten Verbesserung der Ejektionsfraktion von 30 % (von 20 % auf 50 %) führte.
  • Die Symptome des Patienten verbesserten sich so signifikant, dass er nicht mehr unmittelbar als Kandidat für ein CRT-System in Frage kam.

TITAN
European Journal of Heart Failure
doi:10.1093/eurjhf/hfs076
May 2012

Die TITAN-Studie erreichte ihren Endpunkt und zeigte, dass das Carillon-Produkt den FMI-Schweregrad bei Herzinsuffizienz-Patienten signifikant und sicher reduzieren konnte, was zu einem signifikant vorteilhaften Reverse-Remodeling des linken Ventrikels über 12 Monate und zu verbesserten klinischen Messergebnissen über 24 Monate führte.

Die TITAN-Studie war eine prospektive, nicht randomisierte, multizentrische europäische Studie. Ziel der Studie war es, festzustellen, ob das Carillon-Produkt eine FMI sicher und wirksam reduzieren und einen dauerhaften klinischen Langzeitnutzen erbringen kann. Die Nachbeobachtung umfasste typische klinische und Ultraschall-Untersuchungen bis zum Zeitpunkt nach 1 Jahr. Bei den Patienten, denen das Produkt implantiert worden war, erfolgte eine weitere klinische Nachbeobachtungsuntersuchung nach 2 Jahren. Die Studie wurde nach strengen Kriterien unter Aufsicht unabhängiger Parteien durchgeführt, darunter ein Echo-Corelab, ein Komitee für klinische Ereignisse (CEC) und ein Data and Safety Monitoring Board (DSMB). Die Haupteinschlusskriterien waren: MI-Grad 2+ bis 4+, NYHA-Klasse II–IV und LVEF < 40 %.

Bei 36 der 53 in die Studie aufgenommenen Patienten wurde das Produkt dauerhaft implantiert. Bei 17 Patienten wurde das Produkt (aufgrund einer vorübergehenden Beeinträchtigung einer Koronararterie (n = 8) bzw. aufgrund einer FMI-Reduktion < 1 Grad (n = 9)) wieder eingeholt. Diese nicht-implantierten Patienten wurden als Vergleichsgruppe nachbeobachtet.

Das Carillon-Produkt verbesserte bei FMI-Patienten die funktionelle Kapazität und die Ultraschallparameter.

  • In diese Studie wurden nacheinander 14 Patienten aufgenommen, denen das Carillon-Produkt implantiert wurde.
  • Beim Baseline-Termin und nach einem Monat wurden Ultraschallparameter, ein 6-Minuten-Gehtest, ein Laufbandbelastungstest nach dem Naughton-Protokoll, die NYHA-Klasse und die Lebensqualität (QOL) beurteilt.
  • Alle Werte wiesen einen Monat nach dem Baseline-Termin eine statistisch signifikante Verbesserung auf.
  • Die MI-Ultraschallparameter wurden unmittelbar nach dem Verfahren und im Beobachtungszeitraum von einem Monat beobachtet; die Parameter beinhalteten Vena contracta (0,36 cm nach dem Verfahren und 0,31 cm nach einem Monat gegenüber 0,65 cm zum Baseline-Termin, beide p < 0,001) sowie effektive Regurgitationsöffnungsfläche (Effective Regurgitant Orifice Area, EROA) (0,18 cm2 nach dem Verfahren und 0,20 cm2 nach einem Monat gegenüber 0,28 cm2 zum Baseline-Termin, p < 0,05 bzw. p < 0,005).
  • Einen Monat nach dem Verfahren waren erhebliche Verbesserungen beim 6-Minuten-Gehtest (25 %, p < 0,001), beim Laufbandbelastungstest nach dem Naughton-Protokoll (45,0 %, p < 0,005) und den NYHA-Klassifizierungen (34,1 %, p < 0,005) zu verzeichnen.

Das Carillon-Produkt verbesserte die Ultraschallparameter bei Patienten mit funktioneller Mitralinsuffizienz.

  • In dieser Studie waren neun Patienten aufgenommen worden, denen das Carillon-Produkt erfolgreich implantiert wurde.
  • Einen Monat nach der Implantation wurden die Vena contracta, das Verhältnis des Jet-Bereichs zum linksatrialen Bereich und weitere Ultraschallparameter in Bezug auf den Baseline-Termin beurteilt.
  • Die Vena contracta und das Verhältnis des Jet-Bereichs zum linksatrialen Bereich verbesserten sich (p < 0,05 bzw. p < 0,005).

AMADEUS
Circulation
doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.109.849885
July 2009

Die „First-in-Human“-Studie AMADEUS erreichte ihren Endpunkt und erbrachte den Nachweis der erfolgreichen Platzierung des Carillon-Produkts und einer signifikanten Reduktion der FMI.

AMADEUS war eine einarmige „First-in-Human“-Studie zur Bewertung der Sicherheit und Durchführbarkeit des Carillon-Produkts. Die Studie nutzte mehrere unabhängige Gremien, um Bias zu minimieren und rigorosere Maßstäbe anzulegen, u. a. ein verblindetes Echo-Corelab, ein Komitee für klinische Ereignisse (CEC) sowie ein Data Safety Monitoring Board (DSMB). Die Haupteinschlusskriterien umfassten: mittelschwere bis schwere FMI, NYHA-Klasse II–IV, LVEDD > 55 mm und Ejektionsfraktion < 40 %, dauerhaft stabiler und optimaler HI-Medikamentenplan. In die Studie wurden 48 Patienten aufgenommen. Bei 30 Patienten wurde das Produkt erfolgreich implantiert. Nach sechs Monaten lag der Grad der FMI-Reduktion bei fünf verschiedenen quantitativen Ultraschall-Kontrolluntersuchungen in einem Bereich von 22 bis 32 %.

Diese Analyse zeigte, dass eine perkutane Mitralklappenreparatur bei Patienten mit FMI aufgrund von Herzinsuffizienz kostengünstig sein kann.

  • Basierend auf den TITAN-Studienergebnissen wurde anhand einer Kombination aus einem Entscheidungsbaum und dem Markov-Prozess eine Kosten-Nutzen-Analyse des Carillon Mitral Contour Systems durchgeführt. Die Analyse wurde aus der Perspektive der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung über einen Zeithorizont von 10 Jahren durchgeführt.
  • Carillon stellte Patienten mit einem Wert von 1,15 inkrementellen qualitätskorrigierten Lebensjahren (QALY) und einem Wert von 1,41 inkrementellen Lebensjahren zusätzliche Vorteile bereit. Das Verfahren war im Vergleich zur optimalen medizinischen Therapie (OMT) mit einem inkrementellen Kosten-Nutzen-Verhältnis von € 15.533/QALY kostengünstig. Mit einem Willingness-to-Pay-Schwellenwert von € 35.000/QALY hatte eine perkutane Mitralklappenreparatur eine Wahrscheinlichkeit von 84 %, kostengünstig zu sein.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit geringer Ejektionsfraktion, breitem QRS-Komplex und FMI ist es möglich, das Glockenspiel vor einem CRT-System zu implantieren.

  • Fallstudie eines 45-jährigen männlichen Patienten mit ischämischer Herzinsuffizienz, dem ein Carillon-Produkt erfolgreich implantiert wurde.
  • Das Verfahren führte zu klinischen Verbesserungen und einer Verringerung der FMI.
  • Fünfzehn Monate nach der Implantation war der Patient ein Kandidat für eine CRT und unterzog sich einer erfolgreichen Implantation, die zu weiteren Verbesserungen der klinischen und Ultraschallparameter führte.

Das Carillon-Produkt kann bei Herzinsuffizienzpatienten mit niedriger Ejektionsfraktion, breitem QRS-Komplex und FMI vor einem CRT-System implantiert werden.

  • Drei Patienten, die die aktuellen Richtlinien für eine kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) erfüllten und in die AMADEUS-Studie aufgenommen wurden, unterzogen sich 7–8 Monate nach der Implantation eines Mitralklappen-Annuloplastieprodukts einer CRT-Implantation.
  • Bei keinem Patienten war der Zugang zum Koronarsinus und die Platzierung der linksventrikulären Elektrode in eine posterolaterale Herzvene durch das Mitralklappen-Annuloplastieprodukt behindert.

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